#1

Wohnküche

in WG ● Tristan & Liviana 05.10.2017 11:14
von Tristan E. Smith (gelöscht)
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#2

RE: Wohnküche

in WG ● Tristan & Liviana 05.10.2017 11:17
von Tristan E. Smith (gelöscht)
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Fett!
Das war der erste wundervolle Gedanke, der Tristan durch den Kopf ging, als er sich nach getaner Arbeit auf das Sofa pflanzte und die Füße auf dem niedrigen Tisch ablegte. Und damit meinte er nicht unbedingt die Figur einer Person, sondern es war vielmehr ein begeisterter Ausdruck seiner Gefühle. Der letzte Karton war soeben ausgepackt worden und nun befanden sich in der Wohnung nicht nur irgendwelche seltsamen Mädchensachen, die kein Mensch jemals benötigte, sondern auch die lebenswichtigen Dinge aus Tristans Besitz. So richtig perfekt war es noch nicht, dafür müsste noch so einiges an den Möbeln geändert werden, aber fürs Erste war das mehr als ausreichend und er war sich sicher, dass es sich hier aushalten ließe. Seit zwei Tagen nun schon schlief er in der Wohnung und er hatte sie äußerst gründlich unter die Lupe genommen. Tris war von Natur aus ein furchtbar neugieriger Mensch, dem das Wort Privatsphäre noch nie in den Sinn gekommen war. Und weil er so ein neugieriger Mensch war, hatte er natürlich auch das Zimmer seiner Mitbewohnerin untersucht. Hemmungen oder schlechtes Gewissen Fehlanzeige. Er wollte schließlich erfahren, mit was für eine Art Frau er es hier zu tun bekam. Von seinem Kumpel Kyle hat er immerhin erfahren, dass sie Liv-irgendwas heißt - Tris war nicht gut im Namen merken, weshalb nur Liv hängen geblieben ist - und dass sie eine super nette und angenehme Seele sein sollte. In Tristans Ohren klang das furchtbar langweilig, weshalb er sich in ihrem Zimmer umgesehen hatte, um zu erfahren, ob sie so langweilig war, wie sie sich anhörte. Nun, nachdem er die Schublade mit der Unterwäsche gefunden hatte, war er davon überzeugt, dass sie zumindest nicht langweilig aussehen konnte. Und die Süßigkeiten eine Schublade darunter verrieten ihm, dass sie eine Naschkatze sein musste. Vermutlich eine unheimlich süße Person. Das konnte ja lustig werden.
Laut Kyle war Liv im Urlaub in ihrer Heimat, wo genau, hatte er schon wieder vergessen und es interessierte ihn auch nicht. Er hatte lediglich eine Möglichkeit zum Schlafen gebraucht und Kyle hatte ihm einfach den Schlüssel überlassen. Darüber, dass er bisher noch nie eine Wohnung mit jemandem teilen musste, hatte er am Anfang nicht nachgedacht. Erst jetzt, nachdem alles ausgepackt und alles inspiziert worden war, fing er an darüber nachzudenken. Was bedeutete es, in einer Wohngemeinschaft zu leben? Nun, hauptsächlich wohl geringere Mietkosten für alle. Und sonst...? Der Rest war eigentlich unwichtig. Tris plante nicht, sein ganzes Leben hier zu verbringen. Er würde nur zum Schlafen hier sein. Das Leben spielte sich außerhalb dieser vier Wände ab. Liv-irgendwas würde gar nicht merken, dass er da war, und das war bestimmt in beider Interesse.
Eines der Dinge, die er mit in die Wohnung gebracht hatte, war seine Musiksammlung. Außerdem seine Anlage, um seine Musiksammlung auch optimal wiedergeben zu können und den ultimativen Sound zu haben. Auf keinen Fall würde er seine Lieblingsstücke aus diesen billig wirkenden Lautsprechern hören, die doch höchstens nur Stereo waren. Was er brauchte war Hi-Fi, Dolby und 7.1. Nun mochte man sich fragen, wie sich ein kleiner Tellerwäscher wie er, was er in Wirklichkeit war, so eine verflucht teure Anlage leisten konnte, deren Spitzenprodukte bei fast 2000 Dollar Kostenpunkt lagen, leisten konnte. Die simple Wahrheit: Versöhnungsgeschenk von seinem Vater und das einzige, was er angenommen hatte. Nun, dazu konnte man auch schlecht nein sagen! Schloss man dieses Baby an einen Fernseher an und wenn man dann auch noch eine fette Blu Ray sah, auf einem noch viel fetteren Fernsehen mit 4k und UHD und dem ganzen Zeug, was es gab... Tristan bekam eine Gänsehaut, wenn er nur daran dachte. Er war materialistisch, ja, aber so etwas machte ihn unheimlich glücklich. Nun, den Fernseher musste er noch irgendwie besorgen, aber der Sound stand schon mal. Und seine Musik, die klang verdammt noch mal geil. Gott, er fühlte sich wie im Himmel!
Er selber würde auch gerne solche Musik machen, aber ihm fehlte schlichtweg die Zeit und die Übung dafür. Vor Jahren hatte er einmal mit Gitarrenunterricht angefangen, aber bereits nach der ersten Stunde hatte ihn die Lust verlassen. Nun klimperte er ab und an auf den Saiten herum, aber etwas Brauchbares kam dabei natürlich nicht herum. Es war fragwürdig, ob er sich jemals dazu durchringen würde, auch einmal etwas zu Ende zu bringen und es nicht bereits am Anfang abzubrechen. Harte Arbeit war nicht unbedingt seine Stärke und Durchhaltevermögen hatte er auch nicht wirklich, wenn es um Arbeit ging.
Sich mit einem zufriedenen Seufzer zurücklehnend, schloss er die Augen und ließ sich von der Musik berauschen. Er hatte keine Ahnung, wann Liv von ihrem Urlaub nach Hause kommen würde und wenn es nach ihm gehen würde, dann könnte sie gut und gerne noch zwei, drei Tage fort bleiben. Im Moment würde sie sowieso über die Kisten stolpern, die direkt vor der Tür gestapelt waren. Wenn sie die passiert hätte, würde seine Schuhsammlung auf sie warten, die er noch nicht verräumt hatte. Und für einen Mann hatte er echt viele Schuhe! Und währenddessen würde ihr natürlich schon lange das Trommelfell klingen, denn diese Lautstärke war wirklich sehr hoch und er vermutete nicht, dass Lv ein Fan von lauter Musik war. Aber darum machte er sich gerade keine Gedanken. Sie würde kommen, wann sie eben kam, und wenn sie morgen käme, umso besser. Dann könnte er vielleicht noch die Kisten zusammen falten und in den Keller bringen. Oder hatten sie hier einen Dachboden? Danach musste er sich erkundigen. Aber nun galt es, den Klängen der Musik zu lauschen und sich zu entspannen, denn das hatte er sich wahrlich verdient.

@Liviana Anderson


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#3

RE: Wohnküche

in WG ● Tristan & Liviana 05.10.2017 16:52
von Liviana Anderson (gelöscht)
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Nach dem zweiwöchigen Trip mit meiner Familie war ich wirklich mehr als froh, endlich wieder zurück nach Los Angeles zu kommen. Nachhause, in meine eigenen vier Wände, wo niemand mir ständig die Ohren vollquatschte, mich mit dem Haushalt nervte und mit irgendwelchen Familienfeiern, in denen das einzige Gesprächsthema der erfolgreiche Jura-Abschluss meines Bruders oder die Schwangerschaft meiner Cousine war. Ja, zwei Wochen mit meiner Familie reichten mir vollkommen aus und ich brauchte schon wieder Urlaub von meinem Urlaub.

Den Flughafen in Los Angeles erreichte ich schließlich am späten Abend mit stolzen vier Stunden Verspätung! Man erlebte mich eigentlich selten schlecht gelaunt, aber die letzten Tage hatten mir wirklich zugesetzt und ich war einfach nur noch genervt und wollte endich Nachhause. Während ich am Gepäckband stand und darauf wartete, dass ich meinen Koffer endlich einsammeln konnte, malte ich mir in Gedanken schon aus, wie ich mich in meiner Wohnung erst einmal ganz entspannt in meine Badewanne legte, ein Gläschen Sekt schlürfte und mir dabei das neue Album von Ed Sheeran zu Gemüte führte.
Kyle hatte bereits am Tag meiner Abreise damit begonnen seine Sachen zu packen und war inzwischen sicherlich schon mit seiner Miranda in die neue Wohnung eingezogen. Irgendwie war es noch immer ein seltsames Gefühl, dass er nun wirklich weg war. Ich war noch immer der festen Überzeugung, dass er keine zwei Monate mit seiner neuen Flamme in einer Wohnung durchhalten würde – aber wer nicht hören wollte, der musste eben fühlen. Wie bescheuert konnte man denn auch sein und nach zwei Monaten Beziehung mit jemandem zusammenziehen? Gut, für Kyles Verhältnisse waren zwei Monate in etwa sowas wie zwei Jahre aber trotzdem … Es war nicht so, dass ich es meinem alten Mitbewohner nicht gönnte. Ich freute mich für ihn, wirklich! Aber ja, ich musste zugeben, dass ich vielleicht ein klitzekleines bisschen stinkig war, dass er mich nach zwei Jahren einfach so sitzen ließ. Ich hatte mich doch gerade erst an seine Macken und Eigenarten gewöhnt und jetzt machte sich dieser Blödmann einfach aus dem Staub! Immerhin hatte er mir versprochen, dass er mir dabei half einen Nachfolger zu finden. Bisher war jedoch nichts passiert. Von England aus konnte ich auch schlecht nach einem neuen Mitbewohner oder einer Mitbewohnerin suchen und Kyle hatte sich auch noch nicht gemeldet. Wahrscheinlich war er viel zu sehr damit beschäftigt, jede Ecke und jeden Winkel seiner neuen Bude mit Miranda einzuweihen … Bei dem Gedanken verzog ich kurz das Gesicht und schüttelte den Kopf um das unfreiwillige Kopfkino loszuwerden. Irghs! Wer wollte sich schon andere Leute beim Sex vorstelle?

Eine weitere viertel Stunde verging und dann wurde endlich mein Koffer über das Gepäckband befördert. Mit meiner letzten Kraft zog ich das schwere Ding vom Band – die Shoppingtour mit meinen Freundinnen machte sich irgendwie doch bemerkbar – und rollte mit dem Koffer zum Ausgang des Flughafengebäudes. Auf Bahn fahren hatte ich nun wirklich so überhaupt gar keine Lust. Das dauerte viel zu lange, außerdem war mein Gepäck total unhandlich und ich war echt einfach nur müde. Also flitzte ich zum Taxistand und schnappte mir den erstbesten Wagen.
Glücklicherweise waren die Straßen um die späten Abendstunden frei und so erreichte ich die Wohnung innerhalb von knapp zehn Minuten. Ich drückte dem Taxifahrer sein Geld in die Hand, bedankte mich für die Hilfe mit meinem Gepäck – selbst der gute Mann schien sich damit schwer zu tun, den sperrigen Koffer aus dem Kofferraum zu hieven – und dann stand ich endlich vor meiner Haustür.

Home, sweet home. Mit einem erleichterten Seufzen kramte ich den Schlüssel aus meiner Tasche und öffnete die Eingangstür. Jetzt musste ich den Koffer nur noch die Treppen hochbekommen ohne mir dabei einen Bruch zu heben. Völlig fix und alle kam ich nach den zirka 50 Stufen oben an und ließ mein Gepäck mehr oder weniger sanft vor die Tür fallen. Doch bevor ich den Schlüssel ins Schloss steckte, stutzte ich. Kam da laute Musik aus meiner Wohnung? War Kyle nicht längst aus der Wohnung draußen? Und seit wann hörte er Techno? Mit einem unguten Gefühl im Magen schloss ich die Haustür auf und wurde dabei fast von den Umzugskartons erschlagen, die sich bis zur Decke hoch türmten. Was zur Hölle ist hier los?
Den Koffer ließ ich zunächst im Hausflur stehen und drängte mich an den Kisten vorbei, nur um danach über eine ganze Schuhsammlung zu stolpern.
"KYLE?", brüllte ich gegen die laute Musik an und ließ mein Blick über die Schuhe auf dem Boden wandern. Das waren definitiv nicht die Schuhe meines alten Mitbewohners!
Da keine Reaktion folgte, bewegte ich mich der wummernden Geräuschkulisse entgegen und stockte vor dem Wohnzimmer. Da saß ein Kerl auf meinem Sofa. Ein völlig fremder Kerl! Und was um Himmels Willen waren das für Lautsprecherboxen neben meinem Fernsehboard? Es dauerte tatsächlich ein paar Sekunden, bis ich mich aus meiner Schockstarre lösen konnte. Scheinbar hatte mich der Eindringling noch nicht bemerkt, während er völlig entspannt auf der Couch lag. Kyle hatte in keinem einzigen Satz erwähnt, dass er bereits einen Nachmieter gefunden hatte. Was in aller Welt ging hier also vor?
Mit energischen Schritten betrat ich das Wohnzimmer und drehte zunächst einmal diesen unerträglichen Lärm leiser, bis ich auch endlich die Aufmerksamkeit des Fremden hatte.
"Okay. Ich hab keine Ahnung, wer du bist und wie du hier rein kommst", setzte ich an und ließ meinen Blick musternd über den blondhaarigen Mann schweifen. "Ich hoffe du bist kein Einbrecher, denn sonst muss ich jetzt leider die Polizei rufen."
Zugegeben war es nicht besonders klug einem Einbrecher mit der Polizei zu drohen – sollte er wirklich ein Einbrecher sein. "Also eigentlich bist du schon ein Einbrecher, schließlich ist das hier meine Wohnung, in der du dich breit gemacht hast."
Einen kurzen Moment zeichnete Verwirrung mein Gesicht. War es wirklich möglich, dass Kyle ohne mir Bescheid zu sagen schon einen Nachmieter gefunden und die Schlüssel weitergegeben hatte? Dann musste ich auf jeden Fall noch ein ernstes Wörtchen mit meinem Freund wechseln.


@Tristan E. Smith


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#4

RE: Wohnküche

in WG ● Tristan & Liviana 06.10.2017 10:18
von Tristan E. Smith (gelöscht)
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Hätte Tristan vorher gewusst, wie extrem angespannt seine neue Mitbewohnerin nach ihrer langen Reise sein würde, hätte er sich vielleicht anders verhalten. Vielleicht hätte er sie dann nicht so angemault, als sie so plötzlich seine Musik leiser gedreht hatte. Vielleicht hätte er sich dann nicht so schäbig über sie lustig gemacht, als sie ihn tatsächlich für einen Einbrecher hielt und sogar mit der Polizei drohte. Gut, das hätte er auch so getan, denn das war so idiotisch, dass er sich vor lachen nicht mehr hatte halten können. Aber alles der Reihe nach.
Er hatte nicht mitbekommen, wie sich die Tür geöffnet hatte. Wie auch? Der schiefe Turm von Los Angeles verbarg die Tür vor seinem Blick und ohnehin hatte er nicht damit gerechnet, dass sie ausgerechnet jetzt aufkreuzen würde. Jedenfalls hatte er auch nicht gesehen, wie der schiefe Turm plötzlich ins Wanken geriet und in sich zusammenfiel, wie sich ein kleines, dunkelhaariges Mädchen aus den Trümmern hervor kämpfte und im nächsten Moment schon wieder fast zu Boden ging, weil es die am Boden verstreuten Schuhe nicht gesehen hatte. Auch bemerkte er ihr langes, fassungsloses Starren nicht, was er aber bemerkte war ein kalter Luftzug, der durch den Flur in die Wohnung strömte. Aber das brachte ihn noch nicht dazu die Augen zu öffnen. Erst, als seine Musik mit einem Mal nicht mehr als ein leises Hintergrundgeräusch war, riss er die Augen auf und starrte geradewegs ins Gesicht der jungen Frau, von der er vermutete, dass sie Liv-irgendwas war. Die Augen verdrehend stand er auf, baute sich vor der um einiges kleineren Frau auf und verschränkte die Arme vor der Brust.
"Kannst du mir mal erklären, was du da tust?" Mit einem Nicken deutete er auf die Anlage, neben der sie stand und die sie gerade einfach so bedient hatte. "Weißt du, dass es in manchen Ländern der Welt als Verbrechen gilt, ungefragt Musik leiser zu drehen? Unglaublich." Er schüttelte den Kopf, völlig fassungslos, wie jemand nur zu solch einer Tat fähig sein konnte. Hatte sie denn keine Augen im Kopf? Konnte sie nicht sehen, dass er hier gerade am Genießen war, am Abschalten? Vermutlich war sie jedoch zu sehr abgelenkt von der Tatsache, dass ein ihr unbekannter Typ in ihrer Wohnung hockte und gute Musik genoss. Wenn er da an Kyles Musikgeschmack dachte... Da schüttelte es ihn. Jeder war ja bekanntlich verschieden und das war auch vollkommen okay soweit, aber... die Musik, die Kyle hörte, die gehörte verboten. Da müsste sich Liv doch glücklich schätzen, dass er nun bessere Musik mitgebracht hatte. So, wie er die Kleine einschätzte, stand sie bestimmt auf die typischen Chartbreaker. Wie hießen die noch alle? Tristan interessierte sich herzlich wenig dafür, weshalb ihm nicht einmal ein Name einfiel.
Liv unterdessen schien zu der Erkenntnis zu kommen, dass er ein Einbrecher sein musste. Sie drohte sogar mit der Polizei. Und aus irgendeinem Grund fand er das so komisch, dass er in schallendes Gelächter ausbrach, so sehr, dass sein Magen schmerzte und während er sich luftschnappend nach vorne krümmte, taumelte er einen Schritt zurück und sank kraftlos und japsend auf das Sofa. Noch immer lachend wischte er sich eine Träne aus dem Augenwinkel und er brauchte eine Weile, ehe er sich gefangen hatte und zu einer Antwort fähig war. Noch immer sehr amüsiert schüttelte er den Kopf, beugte sich nach vorne und stützte seine Ellbogen auf seinen Knien ab.
"Also, wenn du so mit einem echten Einbrecher umgehst, dann... wow, haben wir eine lustige Zeit vor uns." Tristan strich sich die Haare aus der Stirn, die ihm ins Gesicht gefallen waren. Einen Moment lang musterte er sie, und erst jetzt fragte er sich, ob Kyle überhaupt erzählt hatte, dass er einen Nachmieter gefunden hatte. Liv sah nämlich noch immer ziemlich ratlos aus - wenn man sich die Genervtheit aus ihrem Gesicht wegdachte. Also räusperte er sich, stand erneut auf und gab sich Mühe, nicht allzu breit zu grinsen. "Deinem... Gesicht nach zu urteilen hast du wirklich keine Ahnung, wer ich bin, hm? Macht nichts, so geht es den meisten am Anfang. Ich bin Tristan. Kyle ist ein Kumpel von mir, und er hat mir gesagt, dass er ein Zimmer anzubieten hätte, weil er doch mit seiner Neuen zusammenziehen will. Armes Ding." Er lachte auf. "Jedenfalls.. hier bin ich!" Er breitete seine Arme aus, nur für den Fall, dass Liv ihn übersehen könnte. "Ich hätte nicht gedacht, dass Kyle so sehr verknallt ist, dass er dir nichts erzählt hat... Da wird man ja glatt neidisch." Den letzten Teil murmelte er nur in seinen teilweise vorhandenen Bart hinein. Dann räusperte er sich erneut und drehte den Kopf in Richtung Tür. Erst jetzt bemerkte er, dass sein schiefer Turm in sich zusammengefallen war. "Sorry für die Unordnung. Bin eben erst mit Auspacken fertig geworden und wollte die Kisten nachher nach unten bringen. Hast du 'n Keller? Oder Dachboden?"
Vermutlich redete Tristan für den Anfang zu viel und Liv sah auch nicht so aus, als hätte sie gerade die Nerven dafür, aber zumindest die Frage, ob nun Keller oder Dachboden, war doch sehr interessant zu wissen.

@Liviana Anderson


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#5

RE: Wohnküche

in WG ● Tristan & Liviana 06.10.2017 23:18
von Liviana Anderson (gelöscht)
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Ich war hier wohl eindeutigem im falschen Film! Da schlich sich irgendein fremder Kerl in meine Wohnung, während ich im Urlaub war, breitete sich hier mit seinen Sachen aus und machte es sich in meinem gemachten Nest bequem und dann besaß er noch die Frechheit mich anzupöbeln, weil ich seine Musik ausgemacht hatte? Wohl eher den unerträglichen Krach, denn als Musik konnte man dieses elektronische, computergenerierte Zeug sicher nicht bezeichnen. Musik musste handgemacht und echt sein, alles andere war kompletter Mist!
Die Arme ebenfalls vor der Brust verschränkt, blieb ich selbstsicher auf meiner Position stehen und reckte mich in meinen flachen Ballerinas ein klein wenig mehr in die Höhe, um ihm gegenüber nicht wie ein Zwerg zu wirken.
"Weißt du eigentlich, dass es in diesem Land ein Verbrechen ist, in fremde Wohnung einzudringen?", konterte ich, nachdem ich den ersten Schock einigermaßen überwunden hatte. Was bildete sich dieses Arschloch eigentlich ein? Überhaupt in welchen Ländern sollte es bitten verboten sein, die Musik von jemand anderem leiser zu drehen? Ich war mir sicher, dass er das bloß erfunden hatte, aber vielleicht würde ich es später einmal googeln. Jetzt hatte ich allerdings erst einmal ein ganz anderes Problem: ihn.
Wer auch immer dieser Kerl war, scheinbar schien er es furchtbar lustig zu finden, dass ich ihm mit der Polizei drohte. Fassungslos starrte ich einen Moment in sein lachendes Gesicht, wie er sich den Bauch hielt und sich krümmte, während der helle Klang das ganze Wohnzimmer füllte. Was bitte war daran so witzig? Der Typ war wohl nicht nur ein Einbrecher, sondern auch noch ein Irrer! Vielleicht war er aus irgendeiner Klapsmühle entflohen und hatte sich nun meine Wohnung als Unterschlupf gesucht um sich vor den Männern in den weißen Kitteln zu verstecken.
Zu der Verwirrung mischte sich langsam aber sicher eine minimale Genervtheit in meinem Gesicht. Argwöhnisch beobachtete ich, wie er sich wieder auf mein Sofa fallen ließ und sich scheinbar endlich wieder beruhigt hatte.
"Sehr witzig! Würdest du mir nun freundlicherweise verraten, was du in meiner Wohnung zu suchen hast?"
Inzwischen machte ich mir nicht mehr die Mühe noch irgendwie nett zu klingen. Ich hatte mich auf einen gemütlichen Abend in der Badewanne gefreut und stattdessen musste ich mich nun mit einem fremden Kerl in meiner Wohnung herumschlagen. Mir dämmerte es schon, dass Kyle irgendetwas damit zu tun hatte und irgendwie wusste ich instinktiv, dass ich mir noch wünschen würde, der Typ sei bloß ein irrer Einbrecher und ein Anruf bei der Polizei genügte, um ihn wieder lozuwerden.
Keine zehn Sekunden später hatte Tristan – einen altmodischeren Namen hätten sich seine Eltern wohl nicht ausdenken können – meine Vermutung bereits bestätigt. Ich würde Kyle umbringen, definitiv! Während ich in meinem Kopf schon die ersten Mordpläne schmiedete, wie ich meinen Verräter-Freund auf die qualvollste Art zur Strecke bringen konnte, fixierte ich Tristan lediglich mit eher unbegeisterter Miene.
"Nein, scheinbar hat es Kyle nicht für nötig gehalten, mich darüber zu informieren …", sagte ich eher zu mir selbst und ließ fassungslos die Arme sinken. Ich wusste, dass ihm die Sache mit Miranda nicht gut tat. "Dieser elendige … der will mich doch echt verarschen!"
Die Fragen meines potenziellen neuen Mitbewohners völlig außer Acht gelassen, stapfte ich aus dem Wohnzimmer, zog das Handy aus meiner Jackentasche und wählte Kyles Nummer. Es tutete ungefähr eine Minute, bis er endlich den Hörer abnahm und dann noch die Frechheit besaß, mich direkt abwimmeln zu wollen.
"Hey Liv, sorry es ist gerade …"
"Was fällt dir eigentlich ein, einem völlig Fremden die Schlüssel für den Wohnung zu geben und ihn ohne meine Erlaubnis einziehen zu lassen?", zischte ich ihn an und ließ ihn erst gar nicht ausreden. Dass der Kerl im Wohnzimmer das Gespräch mithören konnte, war mir ziemlich egal, also gab ich mir auch nicht sonderlich viel Mühe dabei, meinen Kumpel leise anzuschnauzen.
"Oh Scheiße … ich wollte es dir noch sagen. Ich dachte du kommst erst in zwei Tagen zurück. Das tut mir ehrlich leid! Tristan ist ein guter Kumpel und er hat ganz dringend eine Wohnung gesucht, ich dachte ihr würdet euch sicher gut verstehen und …"
"Und da dachtest du, dass es in Ordnung ist, mich nicht zu fragen? Oh ja, ganz reizend ist er und er hat einen ausgezeichneten Musikgeschmack", meine Stimme triefte nur so vor Sarkasmus, während ich bei den letzten Worten meine Stimme doch ein wenig dämpfte.
"Ja, ich weiß. Sein Musikgeschmack ist grausig aber er ist wirklich cool. Komm schon Liv, du kannst ihn jetzt nicht rausschmeißen! Gib ihm eine Chance, du wirst es ganz bestimmt nicht bereuen."
Dieser miese Verräter! Kyle hatte das bestimmt von Anfang an geplant. Ein entnervtes Schnauben verließ meine Lippen, ehe ich tief durchatmete und versuchte mein erhitztes Gemüt zu beruhigen.
"Das hoffe ich schwer für dich! Glaub ja nicht, dass du mir damit so davon kommst. Wir sprechen uns noch", verabschiedete ich mich von meinem ehemaligen Mitbewohner und drückte anschließend die rote Taste um das Gespräch zu beenden.

"Also gut, Tristan. Du bist nun hier und da du deinen ganzen Krempel schon hergeschleppt hast, will ich mal nicht so sein. Außerdem sagt Kyle, dass ihr gut befreundet seid und deswegen darfst du erst einmal hier bleiben", verkündete ich meinen Entschluss, als ich zurück in das Wohnzimmer kehrte, in dem er noch immer völlig entspannt auf dem Sofa saß.
"Ich nehme an, dass ich mich nicht mehr vorstellen brauche? Kyle hat dir sicherlich schon von mir erzählt. Ich bin Liv, mein Zimmer ist da hinten links und absolute Tabu-Zone für dich. Einen Dachboden gibt es hier nicht, aber einen Keller. Die Treppen runter, im Flur rechts, der dritte Raum von links. Ich hoffe du hast nicht allzu viel Zeug, denn der Raum ist nicht besonders groß."
Eigentlich war es überhaupt nicht meine Art so unfreundlich und zickig zu sein. Vielleicht war es auch einfach nur eine Mischung aus der anstrengenden Reise und der Tatsache, dass ich hier so überfallen wurde. Hätten wir uns unter anderen Bedingungen kennengelernt, vielleicht wäre die Situation dann anders abgelaufen.
"Und wenn du schon einmal hier bist, könntest du mir gleich mit meinem Koffer im Treppenhaus helfen."

@Tristan E. Smith


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#6

RE: Wohnküche

in WG ● Tristan & Liviana 07.10.2017 18:16
von Tristan E. Smith (gelöscht)
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Huch?
Ohne auf seine Fragen einzugehen, verschwand der kleine, sehr aufgebracht wirkende Zwerg wieder aus der Wohnung und ließ einen perplex dreinguckenden Tristan zurück. "Ähm...", setzte er noch an, aber Liv stand bereits vor der Tür. "...was?" Er verstand ihren plötzlichen Aufruhr nicht, befürchtete aber, dass sie, wenn sie die Möglichkeit dazu hätte, ihren gemeinsamen Freund umbringen würde. Aus welchen Gründen auch immer. Er selber empfand es nicht als allzu tragisch, dass Kyle verpennt hat, Liv über ihren neuen Mitbewohner aufzuklären, immerhin war es ziemlich offensichtlich gewesen, dass der gute Kyle ganz andere Sachen im Kopf hatte. Er selber hatte seine neue Flamme zwar nur kurz sehen können, aber er konnte durchaus verstehen, warum Kyles Kopf nur noch bei seiner Neuen hing. Tristan ließ sich wieder auf das Sofa sinken, schlug die Beine übereinander und verschränkte die Arme vor der Brust. Draußen vor der Tür konnte er Liv zischen hören, entweder redete sie mit sich selbst oder sie telefonierte. Doch je länger sie sprach, desto klarer wurde, dass sie tatsächlich telefonierte und, wie er es vermutet hatte, sie machte Kyle die Hölle heiß. Ihre sarkastische Stimme brachte ihn kurz zum Auflachen. Fand sie ihn denn etwa nicht reizend? Nun, das überraschte ihn aber. Wo er sich doch so Mühe gegeben hatte, überaus reizend zu sein... Er verdrehte die Augen, warf einen Blick in Richtung Flur und musterte sie umgestürzten Umzugskartons. Eigentlich konnte er schon einmal anfangen, sie zusammenzulegen, aber da Liv im Hausflur stand und die Tür offen war und sie direkt davor stand, wollte er erst warten, bis sie sich ausgemeckert hatte. Nicht, dass er sich noch anhören durfte, er würde heimlich lauschen. Was bei der Lautstärke, die sie anschlug, aber auch vom Sofa aus problemlos möglich war. Liv schien sich nicht einmal die Mühe zu machen, anstandshalber leise über ihn zu lästern. Tris rieb sich über die Stirn, schloss gequält die Augen und stöhnte. Kurz kam in ihm der Wunsch auf, seine Sachen wieder zu packen und so schnell wie möglich wieder zu verschwinden, aber... die Wohnungslage in Los Angeles war ein Alptraum. Man konnte von Glück reden, wenn man ein winziges, bezahlbares Zimmer finden konnte und er hatte sich bei seinem Auszug aus der elterlichen Farm geschworen, bei Gott nicht wählerisch zu sein. Sicher wäre ihm eine ultra geile Villa tausendmal lieber, aber... von was sollte er sich das leisten können? Nein, er musste nehmen, was er kriegen konnte, und das Angebot von Kyle war die Rettung gewesen. Andernfalls hätte er nämlich in eine Wohnung mit seinen Brüdern ziehen müssen und auf so engem Raum mit den beiden Tölpeln... Nein, er konnte hier nicht weg. Er musste die Zähne zusammenbeißen und das alles über sich ergehen lassen. Und wie schlimm konnte es schon mit einer Tussi werden, die ihn nicht leiden konnte? Und wenn er ganz ehrlich zu sich war: Es war sehr viel besser, dass sie ihn nicht leiden konnte. Kaum auszudenken, was für ein Stress das werden würde, würde sie auf ihn stehen... Tristan schüttelte sich und stand ruckartig auf. Die Wohnung hier war nicht wirklich groß, es gab also nicht sehr viel Platz, um sich aus dem Weg zu gehen. Zwar hatten sie beide ihre eigenen Zimmer, aber der Rest der Wohnung wurde immerhin gemeinsam genutzt und da war nicht allzu viel Spielraum... Es wäre einfach überaus nervig, wenn sie zu einem Fangirl mutieren würde. Da konnte er viel leichter mit ihrer offensichtlichen Abneigung umgehen.
Im Flur draußen beendete Liv gerade das Gespräch mit den Worten "Wir sprechen uns noch" und er schluckte. Armer Kyle... Er würde ihm nachher schreiben oder anrufen, ihm sagen, dass seine Beschreibung von Liv total und hundertprozentig zutreffend war - nicht -, aber dass er sich keine Gedanken machen sollte. Falls sie ihn umbringen würde, dann würde er für ihn einen schönen Sarg aussuchen. Erneut ließ er sich auf das Sofa plumpsen, streckte die Beine von sich und lehnte sich nach hinten, während er ihren Schritten lauschte, die wieder näher kamen. Was jetzt wohl kam? Noch eine Runde Gemecker? Nicht ganz, aber eine zuvorkommende und freundliche Einweisung in die verschiedenen Räume sah definitiv anders aus. Für einen Moment, in dem er sie einfach schweigend ansah, während sie ihm zeigte, wo ihr Zimmer ist - welches er schon kannte, aber es wohlweislich verschwieg -, fragte er sich, wie Kyle nur von ihr denken konnte, dass sie, um es mit seinen Worten zu sagen, eine super nette und angenehme Seele sein sollte. Wo war die versteckt? Unter den Hornhautschichten? Unter den Haaren auf den Zähnen?
"Macht nichts", entgegnete er zu der Sache mit dem wenigen Platz im Keller. "Sind nur die Kartons. Die nehmen keinen Platz weg." Allerdings hatte er schon wieder vergessen, wo sich der Keller zu der Wohnung befand, aber erneut fragen wollte er nicht. Liv sah furchtbar angespannt und nicht sehr hilfsbereit aus, weshalb er sich dazu entschied, einfach den Schlüssel an allen Schlössern auszuprobieren, bis er das fand, welches sich öffnen ließ. Für heute sollte er seine Mitbewohnerin in Frieden lassen, ihm selber stand auch nicht der Sinn nach unnötigen Stress. Und für den Anfang hatten sie sich eindeutig genug beschnüffelt, so gut, dass er sich sicher war, dass sie sich nicht noch mehr beschnüffeln wollten. Er wollte das auf gar keinen Fall. Und so, wie Liv aussah, wollte sie es auch nicht. Blieb nur noch die - was? Bitte? Aufforderung? Anweisung? - mit dem Koffer. Kein Bitte, kein Danke, kein wärst du so lieb und auch kein ich brauche die Hilfe eines starken Mannes. Kurz war er sehr, sehr nah dran, ihre Bitte Schrägstrich Aufforderung Schrägstrich Anweisung zu ignorieren, sodass er schon zu einer mindestens genauso zickigen Antwort ansetzte, aber im allerletzten Moment entschied er sich doch dagegen. Kein unnötiger Stress, erinnerte er sich selber und biss die Zähne zusammen. Statt einer bissigen Antwort sagte er also: "Es wäre mir eine außerordentliche Ehre, deinen mit Sicherheit tonnenschweren Koffer in die Wohnung zu schleifen." Dabei stand er auf, verbeugte sich übertrieben und mit einem eindeutig nicht ehrlich gemeinten Lächeln und ging dann an ihr vorbei, um den wirklich schweren Koffer in die Wohnung zu hieven.
"Meine Güte!", ächzte er, als er das schwere Ding vor ihrer Zimmertür abstellte. "Was hast du geladen, jeden Stein, der dir über den Weg rollte? Ist ja unfassbar." Nun, da er dieser Bitte Schrägstrich Aufforderung Schrägstrich Anweisung nachgekommen war und auch kein Danke von ihr erwartete, machte er sich ohne Umschweife daran, die Kartons auseinander zu falten. Nach den ersten dreien hatte er schließlich den Dreh raus und die restlichen fünf waren fix genauso platt wie die ersten. Nun kam die eigentliche Herausforderung: den richtigen Keller finden. Den Schlüsselbund hatte er in irgendeiner seiner unzähligen Hosentaschen, also klemmte er sich die Kartons unter die Arme und stapfte die Treppen nach unten, heilfroh, für einen Moment der dicken Luft entkommen zu können. Oder auch für einen längeren. Wer wusste schon, wie schnell er den Keller finden würde? Was hatte Liv gesagt? Treppe runter... und dann links? Oder rechts? Oder doch die Tür geradeaus? Er würde sie vermutlich alle durchprobieren müssen.

@Liviana Anderson


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#7

RE: Wohnküche

in WG ● Tristan & Liviana 08.10.2017 15:27
von Liviana Anderson (gelöscht)
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Hätte ich mir gerade eben selbst zugehört und meine Worte in einem etwas anderen, wenig gereizten Zustand reflektiert, dann wäre ich eventuell sogar zu der Erkenntnis gekommen, dass ich mich nicht nur ziemlich unhöflich sondern ebenso ziemlich divenhaft verhielt. Aber im Augenblick war ich einfach nur so sauer auf Kyle, dass er mich hier einfach vor vollendete Tatsachen stellte und blendete alles andere völlig aus. Andererseits war ich mir nicht einmal sicher, ob ich Tristan unter anderen Umständen gemocht hätte. Keine Ahnung, manchmal begegnete man einfach einer Person und man wusste auf Anhieb, dass man sie nicht leiden konnte – ohne irgendeinen Grund. Sowas kam bei mir wirklich äußerst selten vor, denn eigentlich war ich ein wirklich sehr umgänglicher und friedliebender Mensch. Wahrscheinlich schwierig zu glauben, aber es war tatsächlich so. Und wenn dann hatte ich in der Regel eher mit Frauen so meine Probleme. Frauen waren launisch, zickig und verkomplizierten ständig alles. Wahrscheinlich könnte ich mich da nicht einmal herausnehmen und vielleicht war genau das der Grund, warum ich mit dem männlichen Geschlecht meist deutlich besser auskam. Doch Ausnahmen bestätigten bekanntlich die Regel und irgendwie befürchtete ich, dass es sich hierbei um genau solch eine handelte. Dabei sollte man doch meinen, dass bei einem Kumpel von meinem Kumpel gar nicht so viel schief gehen konnte.

Irgendwie ging dieser Kerl mir jetzt schon völlig gegen den Strich. Wenn ich eines hasste, dann war es aufgesetzte Freundlichkeit. Okay, vermutlich war es schlauer, dass er sich zurückhielt und mich nicht noch zusätzlich weiter reizte, wo ich doch ohnehin schon ordentlich unter Strom stand. Ich hatte mich auf einen entspannten Abend in der Badewanne gefreut und stattdessen fand ich hier nichts als ein heilloses Chaos vor. Da war es doch das Mindeste, dass er mir mit meinem tonnenschweren Koffer half.
"Das dachte ich mir doch fast", entgegnete ich auf seine freundlich geheuchelten, eigentlich eher sarkastischen Worte, und setzte ein zuckersüßes Lächeln auf. Was der konnte, konnte ich schließlich auch!
Während Tristan das Monstrum in die Wohnung catchte, blieb ich mit verschränkten Armen vor meiner Zimmertür stehen und beobachtete den Kampf mit dem Gepäckstück. Mir war es wirklich ein Rätsel wie ich dieses Teil überhaupt die ganzen Treppenstufen hoch bekommen hatte und das ohne mir einen Leistenbruch oder Sonstiges einzuhandeln.
Unschuldig zuckte ich mit den Schultern als er den Koffer neben mir vor der Tür abstellte und tätschelte beinahe liebevoll das Gepäckstück. Die Frage war durchaus berechtigt und brachte mich sogar noch einmal kurz zum Nachdenken.
"Keine Ahnung, ich hätte auch nie gedacht, dass Klamotten, Schuhe und Accessoires so verdammt schwer sein können. Dabei ist das noch nicht einmal die Hälfte meines Kleiderschranks." Den Blick wieder von dem Koffer gewendet und auf meinen neuen Mitbewohner geworfen, zuckte ich erneut mit den Schultern. "Wie auch immer … Danke."
Ganz hatte ich meine höflichen Manieren schließlich nicht verloren. Meine Eltern hatten mich stets dazu erzogen die Worte 'Bitte' und 'Danke' zu benutzen, nur waren sie mir wohl kurzzeitig abhanden gekommen.

Ehrlich gesagt war ich froh darüber, als Tristan im nächsten Moment abzischte und sich daran machte die sperrigen Kartons im Eingangsbereich in den Keller zu verfrachten. Vermutlich hätte ich ihn sonst spätestens morgen sowieso dazu verdonnert. Ich war jetzt wirklich nicht übertrieben ordentlich oder eine Sauberkeitsfanatikerin, aber ich hatte es gerne wohnlich. Es musste nicht pingelig aufgeräumt sein, dennoch konnte ich durchaus allergisch reagieren, wenn jemand ständig seine Sachen überall herumliegen ließ oder sich nicht am Haushalt beteiligte. Bei Kyle hatte ich in den letzten zwei Jahren mit Sicherheit ganze Erziehungsarbeit geleistet. Als wir zusammenzogen, wusste er nicht einmal wie man eine Waschmaschine bediente – nicht zu fassen! Miranda konnte sich glücklich schätzen, dass ich ihm alles beigebracht und aus dem verwöhnten Mamasöhnchen einen super Hausmann gemacht hatte.

Sobald Tristan mit dem Kartons in Richtung Keller verschwunden war, verfrachtete ich meinen Koffer in meinem Zimmer. Zum Auspacken war ich dann aber doch zu faul. Morgen war auch noch ein Tag, also beschloss ich einfach meinen ursprünglichen Plan zu verfolgen. Der Neue würde sicher noch eine Weile im Keller beschäftigt sein und selbst wenn nicht – von dem ließ ich mich sicher nicht von meinem Erholungsprogramm abhalten. Außerdem würde mir nach dem Schock etwas Entspannung wirklich mehr als gut tun.
Mir den Bademantel aus dem Kleiderschrank geschnappt, ließ ich schon einmal das Wasser in die Wanne einlaufen, ehe ich mir in der Küche mein wohl verdientes Gläschen Sekt einschenkte und direkt wieder im Badezimmer verschwand. Der angenehme Lavendelduft des knisternden Schaums füllte bereits den Raum und Sekunden später sorgte Ed Sheeran noch zusätzlich für eine entspannende Atmosphäre. Schon viel besser! Ich fühlte mich gleich deutlich relaxter, als ich mich in den wohlduftenden Schaum sinken ließ und genüsslich an meinem Sekt nippte. Endlich Zuhause, endlich Ruhe!

@Tristan E. Smith


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#8

RE: Wohnküche

in WG ● Tristan & Liviana 10.10.2017 15:13
von Tristan E. Smith (gelöscht)
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Hätte Tristan auch nur einen Funken schriftstellerisches Talent in sich, würde er nach dem Ausflug in den Keller eine Biografie über sich mit dem Titel Meine Abenteuer im Keller der Gesellschaft schreiben. Ein von Natur aus neugieriger Mensch wie Tristan konnte es nämlich nicht lassen, überall seine Nase hineinzustecken, auch - oder gerade erst recht - in Sachen, die ihm nicht gehörten. Nachdem er zuerst die linke Tür ausprobiert hatte, die übrigens nicht die gewesen war, die zu den eigentlichen Kellern führte, hatte er sich in einer Art Waschküche wiedergefunden. Hier standen eine kaputte Waschmaschine, die der seiner Oma beängstigend ähnlich sah, und ein nicht mehr gebrauchsfähiger Wäscheständer, eingenommen von den Spinnen, die zwischen den Leinen ihre Netze gesponnen hatten. Der Raum roch feucht, kein Wunder, wenn man hier drinnen Wäsche aufhängte, ohne, dass es hier Fenster gab. Er nahm sich ganz fest vor, niemals hier unten seine Wäsche zum Trocknen aufzuhängen. Da schüttelte es ihn doch glatt durch. Die mittlere Tür war abgesperrt, aber da sich dahinter ein dumpfes Geräusch ausbreitete, vermutete Tristan, dass es so etwas wie der Heizungskeller sein musste, also nichts für ihn. Blieb nur noch die Tür rechts und die führte - Überraschung! - zu den Kellern der Anwohner. Jede Tür war mit einem Vorhängeschloss versehen, und so stellte er die Kartons ab, fischte seinen Schlüssel aus einer der Hosentaschen und probierte ihn an jedem einzelnen Schloss aus, bis er schließlich das fand, welches sich öffnen ließ. Achtlos warf er die Umzugskartons in den Raum, wo sie sich willkürlich auf Boden und anderen Kisten verteilten. Viel stand hier nicht herum, sodass seine Neugier recht schnell befriedigt war, nachdem er überall einen kurzen Blick hineingeworfen hatte. Aber spätestens nach dem zweiten Karton mit seltsamen Dekoartikeln, die wohl nur Frauen wirklich schön finden konnten, hatte er sowieso keine großartige Lust darauf, noch weiter herumzuschnüffeln. Da hatte es im Keller auf der elterlichen Farm deutlich interessantere Dinge gegeben, zum Teil noch von Vorfahren, von denen er nicht mal mehr den Namen kannte. Also verschloss er wieder die Tür und überprüfte aus reiner Gewohnheit auch noch die anderen Türen - vielleicht ließe sich ja noch etwas finden? Und tatsächlich, ganz hinten auf der linken Seite fand er eine unverschlossene Tür vor. Und mit einem entzückten Uuuh schlüpfte er in den Keller, der vollgestopft mit allen möglichen Dingen war. So, wie es hier aussah, musste schon seit ewiger Zeit keiner mehr hier unten gewesen sein. Hier schien sich ein Großteil eines Haushalts zu befinden. Da stand ein alter Herd, der so alt war, dass er schon wieder Kult war. Ein alter Wandschrank stand auseinandergeschraubt an der Wand, ein altes Sofa aus eigenartigem Stoff war vollgestellt mit Kisten. Wem das hier wohl gehörte oder gehört hatte? In einer Ecke stapelten sich Reifen, in der anderen standen zwei kaputte Fahrräder. Nur zu gerne hätte er durch die Kisten gesehen, auf der Suche nach interessanten Dingen, aber allmählich kroch die kalte Feuchte des Kellers in seine Klamotten und er begann zu zittern. Außerdem hatte er zunehmend das Gefühl, das sich die Spinnen in seinem Nacken sammelten, weshalb er sich doch recht bald zum Gehen wandte.
Da er aber noch nicht in die Wohnung zurückkehren wollte, in der sein ganz privater Hausdrache wartete, setze er sich vor die Eingangstür auf die Stufe. Würde er rauchen, dann würde er sich jetzt ganz cool eine anzünden, aber leider war dieser Trend an ihm vorbeigegangen. So blieb ihm nur sein Handy, das er aus der Hosentasche herauszog und als erstes direkt eine Nachricht an seinen Freund Kyle schickte. Seltsamerweise verging keine Minute, als er von ihm angerufen wurde. "Soll ich schon mal dein Grab schaufeln?", meldete er sich ohne großartige Grußformel und er lachte über das entnervte Stöhnen am anderen Ende der Leitung. Er wurde gefragt, was denn schief gelaufen sei, denn so aufgebracht, wie sich Liv am Telefon gegebenen hatte, würde er seine ehemalige Mitbewohnerin gar nicht kennen. "Nichts ist schief gelaufen." Tristan zuckte mit den Achseln, auch wenn Kyle das natürlich nicht sehen konnte. "Sie kam schon total abgedreht an. Du weißt, dass deine Einschätzung von Menschen total daneben ist, oder? Auf keinen Fall ist diese Schrulle eine angenehme und super liebe Person. Never ever, Buddy." Sich durch die Haare fahrend seufzte er auf und er fragte sich, wie lange er es wohl mit ihr unter einem Dach aushalten würde. Er wollte nicht ausziehen, der Wohnungsmarkt in der Stadt war katastrophal. Und zu seinen Brüdern wollte er erst recht nicht mehr ziehen. Er war froh, dass er diese Knalltüten endlich verlassen hatte können, nachdem sie die Farm verkauft hatten. Wer lebte schon gerne mit zwei Irren zusammen, die einem den Spitznamen Bambi gegeben hatten? Erklärte sich mit Sicherheit von selber.
"Ist mir egal, ob sie eine lange Reise hinter sich hat oder nicht!", knurrte er ins Handy, als Kyle seine Freundin zu verteidigen versuchte. Und auch, dass er die Schuld auf sich nahm, weil er verpeilt hatte, ihr bescheid zu geben, konnte nur wenig dafür sorgen, dass Tristan eine andere Meinung von dem kleinen Kampfzwerg bekam. "Ich bin dir ja echt dankbar und so, aber... das war 'n Griff ins Klo, Alter. Mit der kann man nicht auskommen, außer du bist genauso schräg wie die. Nichts für ungut.." Kyle lachte auf und Tristan seufzte erneut. Wenn er Glück hatte, würde er nicht viel von ihr mitbekommen. Vielleicht war sie ja Ganztagsstudentin. Und da er abends arbeiten war, würden sie sich so nie zu Gesicht bekommen. Das wäre durchaus optimal. Und an den Wochenenden... Nun, zwei von sieben Tagen würde er das schon überleben. Und vielleicht war sie ja auch so eine, die sich den ganzen Tag in ihrem Zimmer verkroch. Irgendwie würde das schon funktionieren... müssen. Kyle verabschiedete sich rasch und nahm ihm das Versprechen ab, Liv eine Chance zu geben. Er war sich sicher, dass Tristan sie sehr mögen würde, wenn er es nicht darauf anlegte, sie zu nerven. Tja, falsche Person, denn zu nerven war sein Lebensinhalt. Das sagte er ihm auch, bevor er auflegte. Wieso sollte er sich überhaupt als erstes am Riemen reißen? Sollte Liv erst mal ihr Gezicke lassen, dann konnte er darüber nachdenken, ihr seine etwas nettere Seite zu zeigen. Kaum zu glauben, aber die besaß er durchaus. Nur hatte er nie wirklich Lust, diese auch auszuleben. Das Leben war zu kurz, um nett zu sein!
Schließlich stand Tristan auf und stapfte die Treppen nach oben, wo er die Tür aufschloss und sofort von absolut grässlicher Bauchschmerzenmusik aus dem Badezimmer begrüßt wurde. Er selber hörte kein Radio, weil er die Musik als total abscheulich empfand, aber das Geleier hier, das war eindeutig Radiomusik. Für einen kurzen, sehr kurzen Moment spielte er mit dem Gedanken, seine Musik wieder aufzudrehen, damit sie das Trauerspiel im Badezimmer übertönen konnte, aber erstens war bereits Nachtruhe, zweitens hatte er ja vorher beschlossen gehabt, für heute keinen Stress mehr zu machen und drittens... drauf geschissen. Er würde noch mehr als genug Gelegenheiten haben, um Livs Nervenkostüm auf die Probe zu stellen. Vielleicht würde es ihm ja auch Spaß machen. Aber für heute war er durch. Aus dem Kühlschrank holte er sich eine Dose Bier, eines der ersten Dinge, die er gekauft hatte, nachdem er hier angekommen war, und dann verschwand er in seinem Zimmer, noch immer das Gejaule im Ohr. Na, zum Glück waren weder Türen noch Wände schalldicht... Zum Glück gab es diese tollen Dinger namens Kopfhörer, die er aus seinem Rucksack zog, an sein Handy stöpselte und sich dann in die Ohren steckte. Die gewohnten harten Bässe ließen seine Eingeweide hüpfen. Das war schon viel besser. Er warf sich aufs Bett, auch wenn er noch nicht müde war und sah aus dem Fenster, bevor er seinem jüngeren Bruder von dem Reinfall berichtete. Der hatte nämlich darauf gehofft, dass Tristans Mitbewohnerin eine scharfe Schnitte sein würde... Tja. Nicht ganz.

@Liviana Anderson


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#9

RE: Wohnküche

in WG ● Tristan & Liviana 11.10.2017 10:18
von Liviana Anderson (gelöscht)
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Ich war tatsächlich schon beinahe erstaunt, dass ich ganz in Ruhe mein Bad nehmen konnte. Immerhin schien der Neue verstanden zu haben, dass ich eine anstrengende Reise hinter mir hatte und absolut keine Lust mich mit ihm heute Abend noch herumzuschlagen. Ich achtete nicht einmal wirklich darauf, wann die Haustür wieder aufging, sondern konzentrierte mich voll und ganz auf das angenehme Wasser um mich herum und die leisen, sanften Klänge, die aus den Lautsprechern neben mir tönten. Man konnte sogar sagen, dass ich Minuten später förmlich vergessen hatte, dass ich nicht mehr ganz alleine in der Wohnung war. Das leere Sektglas vorsichtig neben der Badewanne abgestellt, versank ich erneut in dem knisternden Schaum.
"We could change this whole world with a piano, Add a bass, some guitar, grab a beat and away we go …", sang ich den Refrain des Songs nicht gerade leise mit und tauchte meine Hände in den weichen Schaum, beobachtete wie er von meiner Haut abperlte und zurück ins Wasser fiel. Es tat wirklich gut wieder Zuhause zu sein! Noch ein paar Tage länger bei meiner Familie in Rocky Beach und ich wäre mit Sicherheit durchgedreht. So lieb ich meine Eltern, Brüder, Großeltern, Tanten und Onkel auch hatten – das ganze Jahr konnte ich sie nicht um mich herum haben. Wie hatte ich das früher bloß ausgehalten?

Erst als das Album zu Ende gespielt war und der Schaum sich in der Wanne beinahe aufgelöst hatte, erhob ich mich langsam aus dem warmen Wasser und wickelte mich in mein großes Badetuch ein. In der Wohnung war es noch immer verdächtig still. Vielleicht war Tristan ja noch einmal weggegangen? Vorsichtig schob ich die Badezimmertür auf, warf einen Blick in den Flur, schielte kurz um die Ecke ins Wohnzimmer und stellte dann beruhigt fest, dass die Luft rein war. Zielstrebig verschwand ich in meinem Zimmer, nahm mir frische Unterwäsche aus der Schublade unter meinem Bett und zog mir ein bequemes weites Shirt über. Heute würde ich sicher nicht mehr alt werden. Die Müdigkeit machte sich allmählich bemerkbar, also beschloss ich mich direkt hinzulegen und noch ein wenig zu lesen. Weit kam ich jedoch nicht. Bereits nach 10 Seiten flogen mir immer wieder die Augen zu, ehe ich in einen erholsamen Schlaf glitt. Im eigenen Bett schlief es sich eben doch am besten!

Es war relativ früh am Morgen, als ich von den ersten Sonnenstrahlen geweckt wurde. Noch immer war aus der Wohnung kein Geräusch zu hören und allmählich fragte ich mich schon fast, ob der Kerl bereits wieder verschwunden war oder sich am gestrigen Abend im Keller verlaufen hatte. Aber ich wollte mich ja nicht beschweren, so lange ich Ruhe hatte, sollte ich sie wohl auch genießen. Langsam schwang ich die Beine aus dem Bett, schlüpfte in ein paar frische Klamotten und begab mich dann ins Badezimmer. Als mein Blick dabei im Flur auf den fremden Schuhberg fiel, ging ich die Begegnung mit meinem neuen Mitbewohner noch einmal durch den Kopf. Ich konnte es noch immer nicht fassen, dass Kyle mich einfach so überfallen und die Schlüssel weitergegeben hatte. Aber ich hatte es meinem Kumpel versprochen, dass ich Tristan zumindest eine Chance gab – und wenn Kyle ihn in Ordnung fand, dann konnte er doch gar nicht so schlimm sein. Möglicherweise hatten wir ja einfach nur einen schlechten Start.
Mit neu gewonnenem Optimismus deckte ich wenig später den Frühstückstisch ein – oder besser gesagt, ich versuchte es. Denn logischerweise herrschte im Kühlschrank gähnende Leere. Offensichtlich war Tristan noch nicht einkaufen gegangen, aber da ich ja nicht wusste, wie lange er schon hier war, konnte ich ihm wohl keinen Vorwurf machen. Also stellte ich lediglich zwei Teller, Besteck und zwei Kaffeetassen auf den Tisch und begab mich kurzerhand auf den Weg in den Supermarkt um die Ecke.

@Tristan E. Smith


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