#1

Schlafzimmer

in Felizitas Jones 24.09.2017 14:32
von Felizitas Jones (gelöscht)
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#2

RE: Schlafzimmer

in Felizitas Jones 24.09.2017 15:15
von Felizitas Jones (gelöscht)
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Gähnend ging die junge Felizitas die Tische des Café's ab und wischte sie mit einem Lappen sauber. Mittlerweile waren alle Gäste gegangen und auch die Musiker, die die Bar heute Abend mit Musik erfreuten hatten, waren schon längst gegangen. Eigentlich waren nur noch Felizitas und ihr Kollege an der Bar da. Doch auch sie würden sehr bald gehen in den wohl verdienten Feierabend. Nachdem auch der letzte Tisch sauber war, räumte Fiz ihre Schürze, den Geldbeutel und den Lappen auf. "Ich geh jetzt, Joey. Bis Freitag" sagte die junge Schwarzhaarige zum Abschied während sie ihre Tasche nahm, ihre Lederjacke anzog und das Café durch den Haupteingang verließ. Für heute war die Arbeit getan. Doch so lange hatte Fiz den Job auch noch gar nicht. Schließlich war sie erst seit kurzer Zeit hier im Süden. Doch immerhin musste sie nicht mehr im Motel wohnen. Vor 2 Woche hatte die etwas zu klein geratene Frau ein schönes Appartment bezogen, welches sich zudem noch gut bezahlen ließ. Die letzte Woche hatte sie ihre Zeit nach der Arbeit in der Bar damit verbracht alles nach ihren Wünschen und nach ihrem Geschmack einzurichten. Nun, wo alles fertig war, fühlte sie sich hier im Norden doch ganz wohl. Lediglich an die Temperaturen müsste sie sich wohl erst noch gewöhnen. Gerade wenn die Sonne untergegangen war, wurde es doch sehr kühl. Das Ende des Sommers machte sich deutlich bemerkbar. Bald würde der Herbst die Westküste der USA erfassen und in ein buntes Farbenmeer verwandeln.
Direkt nachdem Fiz die Bar verlassen hatte, machte sich der kalte Nachtwind bemerkbar. Die Küstennähe war deutlich spürbar. Doch Fiz liebte das Meer. Schließlich war sie in der Nähe des Meeres groß geworden. Aufgewachsen war sie nämlich in San Francisco. Dort hatte sie ihre Kindheit verbracht, hatte ihren Abschluss gemacht und gearbeitet. Naja....vor ihm. Nun war seit knapp 3 Wochen diese kleine Küstenstadt ihr neues Zuhause. Weit weg von ihrer ursprünglichen Heimat, aber auch weit weg von...ihm.
Mit zügigem Schritt setzte sich die Schwarzhaarige in Bewegung. Ihr neues Appartment war nur 10 Minuten entfernt und sehr gut erreichbar zu Fuß. Ein Auto besaß sie nicht. Dafür besaß sie aktuell auch gar nicht das Geld. Aber sie brauchte auch keines. Zum Einen war sie ein größerer Fan von Motorrädern und zum Anderen konnte man sehr vieles gut zu Fuß erreichen. Noch sehr gut erinnerte Fiz sich an die Zeit in San Francisco vor ihm. Sie hatte ein sportliches kleines Motorrad besessen, in einer kleinen Werbeagentur gearbeitet und ein tolles Loft bewohnt. Eigentlich war ihr Leben vor ihm perfekt gewesen. Doch Fiz hoffte, dass ihr Leben wieder schöner werden würde. Obwohl es nach ihm wohl nur noch nach oben gehen konnte. Fiz wollte sich auf alle Fälle wieder ein Motorrad kaufen. Den Fahrtwind im Haar spüren und einfach sportlich durch die Gegend fahren war einfach großartig und nicht zu vergleichen mit einer Fahrt in einem Auto.



Nach gut 10 Minuten Fußmarsch erreichte Fiz ihre neue Heimat. Auf den Straßen war bereits nicht mehr viel los. Eine Frau stand draußen und telefonierte. Ansonsten herrschte größtenteils Stille. Lediglich das Rauschen der Blätter war zu hören, wenn ein kalter Windhauch durch die Straße ging. Zielstrebig steuerte Fiz das Appartmenthaus an, in dem sie nun wohnte. Sie schloss die Tür auf und ging die Treppen hinauf in den 2. Stock. Heute war doch echt viel los gewesen in der Bar. Doch nun hatte sie die nächsten Tage erstmal frei und Zeit zum ausschlafen und sich erholen. Hoffentlich würde sie heute keine Albträume haben. Seit der Zeit mit ihm wurde Fiz regelmäßig von Albträumen geplagt....

Schnell machte sich die mittlerweile doch müde, junge Frau bettfertig und lag 15 Minuten später in ihrem großen Bett. Es war eine klare Mondnacht und das fahle Licht schien durch das Fenster in ihr Schlafzimmer. Stille kehrte ein. Doch trotzdem fand Fiz irgendwie keinen Schlaf. Da sie erst kurze Zeit hier lebte, waren noch viele Geräusche sehr neu für sie. Bei jedem Ächzen und Knacken schreckte Fiz hoch. Besonders wenn sie kurz davor war einzuschlafen...So auch heute. Gerade als Fiz in den Schlaf gefunden hatte, ertönte ein Krachen im Hausflur. Der Bewohner eines oberen Appartments war etwas herunter gefallen. Doch Fiz wusste dies natürlich nicht. Sie dachte, dass dies auch er sein könnte, der auf der Jagd nach ihr war. Verunsichert richtete Fiz sich auf und zog ihre Beine an. Was wenn er in der Nähe war? Oder gar schon im Haus?! Warum war denn aber auch niemand da. Jemand der bei ihr schlafen würde. Jemand der sie beschützen konnte. Einfach jemand, der zumindest im Appartment war. Doch leider kannte Fiz hier oben noch niemand. Moment, noch niemanden? Doch. Eine Person kannte sie. Eine Kundin, die zuletzt im Caf'e gewesen war und mit der sie sich angefreundet hatte. Fiz hatte erzählt, dass sie neu hier lebte und sich gerade neu eingerichtet hatte. Daraufhin hatte diese gemeint, wenn sie Hilfe bräuchte, könnte sie anrufen. Und Fiz brauchte Hilfe. Zwar "nur" Hilfe beim einschlafen. Aber trotzdem Hilfe. Von ihm hatte sie noch nicht erzählt...Doch vielleicht würde sie das heute ändern, wenn sie heute kommen würde um ihr zu helfen....
Schnell griff die Kellnerin nach ihrem Handy und wählte die Nummer. Es klingelte heran und nach einer gefühlten Ewigkeit wurde der Hörer abgenommen. "Hallo? Hier ist Fiz. Ich meine Felizitas. Erinnerst du dich, wir haben uns vor ein paar Tagen unterhalten und ähm du meinst doch, wenn ich Hilfe brauche, darf ich dich anrufen.....Kannst du vorbeikommen?...bitte?" fragte Fiz und lauschte in den Hörer....Hoffentlich würde sie ja sagen...


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#3

RE: Schlafzimmer

in Felizitas Jones 24.09.2017 19:14
von Riika Salli MacClellan (gelöscht)
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Langsam drückte die Brünette das Gas ihres Dacia Logan an der Ampel durch, als diese endlich auf das lang ersehnte Grün schaltete. Kurz quietschten die abgefahrenen Hinterreifen, als sie über die Kreuzung sauste und ihren nächsten Gang etwas zu spät hochschaltete. Riika war nicht unbedingt die beste Fahrerin, aber darum ging es ja auch gar nicht. Sie hielt sich größtenteils an die vorgeschriebene Verkehrsordnung und immerhin hatte sie ihre Prüfung bestanden. Mehr war ja gar nicht wichtig. Auch wenn der Wagen bereits etwas abgenutzt war, fuhr er dennoch, also war sie auch nicht bereit, ihn wieder abzugeben. Mittlerweile hatte sie das gute, alte Ding schon in ihr Herz geschlossen, auch, wenn sie es nicht Mal selbst bezahlt hatte, aber dafür fehlten ihr momentan einfach noch die Mittel.
Auf dem Highway gab Riika noch einmal richtig Gas, immerhin wollte sie nicht ewig brauchen. Sie kam gerade von einem wichtigen Treffen mit einem möglichen Arbeitgeber, welcher sie zum Essen eingeladen hatte. Das Treffen war gut verlaufen und vielleicht war sie bald einen Job reicher. Schön wäre es zumindest. Ansonsten würde ihr Plan, sich nun endlich selbstständig zu machen, völlig nach hinten los gehen und sie wollte ihren Eltern nicht ewig auf der Tasche liegen. Riika hatte sich das Ziel gesetzt, nicht länger vom Geld ihrer Eltern zu leben. Genau deswegen, war sie ja auch ausgezogen. Sie war schon froh darüber, überhaupt ihre Wohnung allein zu bezahlen.
Mit der Zeit schalteten sich einige der Straßenlaternen ab, auch die, die vor Riika's Haus standen. Sie parkte am Straßenrand und nahm ihre Jacke und Handtasche, ehe sie aus dem dunklen Wagen stieg und die Tür zuknallte, den Wagen verriegelte und ins Innere des Hauses ging. Im Flur war es bereits dunkel, so dass die Brünette kurz nach dem Lichtschalter fummeln musste, ehe sie diesen erwischte und ins hell erstrahlende Treppenhaus blickte. Sie ließ die schwere Haustür hinter sich ins Schloss fallen und ging langsam hoch in den 2. Stock, blieb dort vor ihrer Wohnung stehen und schloss diese auf, ehe sie das Licht wieder erlosch und nach drinnen ging, dort wieder für Licht sorgte. Ihre Wohnung war vielleicht nicht unbedingt die hübscheste, aber völlig ausreichend um darin zu leben und keine offensichtlichen, starken Mängel.
Riika warf ihre Handtasche auf die Couch und schaltete sich den Fernseher ein, ehe sie die Jalousien in allen Räumen hinunterließ und sich neben ihre Handtasche sinken ließ, die Beine hoch legte und sich im blassen Schein der Deckenleuchte auf der blauen Couch zusammen rollte. Sie drehte sich auf die Seite und beobachtete das flackernde Bild des Fernsehers, der gerade irgendeine Sitcom zum wiederholten Mal abspielte. Riika konnte den größten Teil vermutlich schon auswendig mitsprechen, so oft hatte sie diese Folge bereits gesehen. Umso mehr langweilte sie sie gerade. Riika fielen binnen weniger Minuten schlussendlich die Augen zu, bis sie einfach auf dem Sofa einnickte.
Erst durch den schallenden Klingelton ihres Smartphones, schreckte sie aus ihrem vergeblich kurzen Nickerchen und öffnete etwas erschrocken ihre Augen.
Wer rief sie denn um diese Uhrzeit bitte an? Murrend kramte sie in ihrer Handtasche und bemerkte, dass mittlerweile im Fernsehen nur noch Werbung lief.
Sie rollte mit den Augen und wagte einen Blick auf das hellleuchtende Display. Felizitas. Riika hob beide Augenbrauen etwas skeptisch an und runzelte ihre Stirn, ehe sie den grünen Hörer nach rechts wischte und sich ihr Handy ans Ohr hielt. Sie konnte die Dunkelhaarige am anderen Ende des Hörers gar nicht an zicken, da sprach diese auch schon bereits eilig los. Riika antwortete ihr erst nicht, da sie versuchte, erstmal zu verarbeiten, ehe sie leise seufzte. "Ja, ist gut.
Bin gleich da." murmelte sie müde, richtete sich dabei auf und legte ohne weiteres Nachfragen einfach auf. Es musste ja anscheinend etwas ernsteres sein,
und Felizitas würde was erleben, wenn nicht!
Mit deutlich bescheidender Laune stieg sie samt Jacke wieder in ihren Wagen, der noch immer unten vor dem Wohnhaus parkte. Kurz musste sie nachdenken um sich wieder daran zu erinnern, wo genau Fiz eigentlich wohnte. Als es ihr wieder eingefallen war, fuhr sie los. Da die Straßen zu dieser Zeit weniger befahren war, übersah sie einfach einige Stoppschilder und fuhr über alle Ampeln, die gerade noch so Gelb anzeigten. Auch in der Straße, in der Fiz wohnte,
brannten keine Laternen mehr, weswegen sie sich erst Recht beeilte, denn diese Gegend war ihr nicht ganz so vertraut, wie ihre eigene Straße. Sie stieg aus dem Wagen und lief schnell über den Gehweg zum Hauseingang, ehe sie unten am passenden Schild klingelte. Hoffentlich würde sie Fiz nicht allzu lange warten lassen. Hoffentlich, war sie überhaupt am richtigen Haus.

@Felizitas Jones


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#4

RE: Schlafzimmer

in Felizitas Jones 24.09.2017 19:35
von Felizitas Jones (gelöscht)
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Nachdem Riika aufgelegt und zugesichert hatte, dass sie kommen würde, atmete Fiz tief durch. Jetzt musste sie nur noch die Zeit überstehen, bis Riika endlich hier war. Natürlich war es komisch eine fast fremde Frau um Hilfe zu bitten. Doch Fiz brauchte jemand. Jemand der noch im Appartment wäre und sie beschützen könnte. Jemand, der im Notfall etwas ausrichten konnte. Oder auch einfach nur jemand der ihr die ganze Angst nehmen würde. Die Angst vor ... ihn. Zu tief hatten sich seine Taten in Fiz eingebrannt. Nicht nur in ihre Haut sondern auch in ihren Verstand. Sie wollte sowas nie wieder erleben. Sie wollte ihn nie wieder sehen. Und doch ahnte sie, dass er sie suchen würde. Mehr noch er würde sie jagen und versuchen zu holen. Selbst abgeholt zu werden vom Sensenmann wäre wohl angenehmer als von ihm. Er wäre schlimmer als der Tod. Er wäre schlimmer als die Hölle und Satan zusammen. Solch ein Leid, dass Fiz in der Zeit mit ihm nach der Hochzeit erleiden musste, hatte sie geprägt. Sie war schreckhaft, paranoid, ängstlich und gegenüber Fremden, die ihr zu Nahe kamen sehr scheu und unsicher. Riika und Catherine waren die Einzigen, die Fiz nicht direkt abgewehrt hatte. Zwar arbeitete Fiz als Kellnerin und ihr machte es auch sehr viel Spaß. Sie arbeitete gerne mit den Gästen und mit Menschen. Doch näher an sich heran ließ sie niemanden. Bisher war Riika auch nur eine flüchtige Freundin. Doch hatte sie direkt etwas beruhigendes und etwas vertrauliches ansich. Fiz hatte das Gefühl, sie könne sich Riika anvertrauen... Ähnlich wie damals bei Catherine. Heute würde sie Riika ihre Geschichte erzählen. Vielleicht war es ganz gut mal darüber zu reden. Riika war eine flüchtige Freundin, doch musste sie es nicht bleiben. Fiz hätte nichts gegen jemand, der hier oben im Süden für sie da wäre. Eine Freundin, eine Vertrauensperson und jemand, den sie rufen könnte, wenn sie wieder Angst hätte neben Catherine...

Plötzlich begann es zu prasseln draußen und Fiz zuckte erschrocken zusammen. Doch es hatte lediglich angefangen zu regnen. Fiz richtete sich in ihrem Bett auf und sah aus dem Fenster. Der Regen prasselte auf die Straße und schon bald schwamm die halbe Straße. Keine Menschenseele war zu sehen. Oder? Etwa doch?! Auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand doch jemand. Er starrte herüber und war in einen Mantel gekleidet sowie in komplett schwarze Kleidung. Der Regen prasselte auf seinen Hut und tropfte daneben herab. Leider konnte Fiz auf diese Entfernung das Gesicht nicht erkennen.... Unsicher griff sie nach ihrem Kissen und presste es an sich.
Normalerweise hätte Fiz sich eine Waffe gekauft und hätte sich dann sicher etwas sicherer gefühlt. Da gab es jedoch nur ein Problem. Fiz war eine Parzifistin und konnte noch nicht einmal einer Fliege etwas zur Leide tun. Also blieb die einzige Waffe, die Fiz besaß ihr Kissen in ihrer Hand. Plötzlich krachte es erneut im Gang und Fiz drückte sich in die Ecke ihres Bettes direkt an der Wand. Die Angst war ihr ins Gesicht geschrieben. Sie war fast schon paranoid. Doch nach ihm kein Wunder....Nach seinen Taten....

Nach gefühlt einer Ewigkeit in Angst, duzenden Knacken und Krachen klingelte es endlich an der Tür. Hoffentlich wäre es Riika. Mit dem Kissen in der Hand eilte die kleine Frau zur Tür, schaute durch den Spion und sah Riika. Schnell öffnete sie die Tür und musterte die andere Frau. Fiz hingegen sah aus wie ein Häuflein Elend. Sie hielt das Kissen vor der Brust, trug lediglich ein Schlaf-Shirt sowie eine Schlaf-Hose. Die Angst und die Panik waren ihr ins Gesicht geschrieben. Kurz konnte sich Fiz beherrschen, doch dann konnte sie nicht mehr anders. Ohne zu zögern umarmte sie Riika plötzlich und drückte sich gegen die Andere. Sie brauchte dies gerade mehr denn je und klammerte sich fest an Riika. "Gut das du da bist" sagte Fiz schwach und sah dann am Körper von Riika hinauf. "Danke das du gekommen bist...." fügte sie noch an und löste sich von Riika, nur um ihr Kissen aufzuheben und wieder vor der Brust zu halten. Fast wie eine Art kleiner Schutzschild...





@Riika Salli MacClellan


zuletzt bearbeitet 24.09.2017 19:36 | nach oben springen


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